Some good poems for class 1

Here there is a small collection of poems which can be used as a good start of a lesson. Many of them are even mathematical, so they can be also used as a stimulus for some maths topics.

Meditation

Es offenbaret die Weltenseele sich
Am Kreuze des Weltenleibes.
Sie lebet fünfstrahlig leuchtend
Durch Weisheit, Liebe, Willenskraft,
Durch Allsinn und durch Ichsinn
Und findet so
Den Geist der Welt in sich.

Rudolf Steiner

Hoffnung

Es reden und träumen die Menschen viel
Von bessern künftigen Tagen,
Nach einem glücklichen goldenen Zeil
Sieht man sie rennen und jagen,
Die Welt wird alt und wird jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung!

Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
Sie umflattert den fröhlichen Knaben,
Den Jüngling locket ihr Zauberschein,
Sie wird mit dem Greis nicht begraben,
Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
Noch am Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf.

Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn,
Erzeugt im Gehirne des Toren.
Im Herzen kündigt es laut sich an,
Zu was besserm sind wir geboren,
Und was die innere Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.

Schiller

1, 2, 3

Jedem gilt die Ziffer 1
als ein Meilenstein des Seins.

Das Ereignis Nummer 2
registriert man nebenbei,

und bereits der Vorfall 3
ist uns völlig einerlei.

Waldemar Dege

Die Zahlen alle gar sind aus dem Eins geflossen
Und die Geschöpf zumal aus Gott, dem Eins, entsprossen.

Gleich wie die Einheit ist in einer jeden Zahl,
So ist auch Gott, der Eins, in Dingen überall.

Alls kommt aus Einem her und muss in Eines ein,
Wo es nicht will gezweit und in der Vielheit sein.

Angelus Silesius

So wahr als aus dem Eins die Zahlenreihe fließt,
So wahr aus einem Keim des Baumes Krone sprießt,
So wahr erkennest du, dass der ist einzig einer,
Aus welchem alles ist, und gleich ihm ewig keiner.

Friedrich Rückert

Abendgebet

Abends, wenn ich schlafen geh,
Vierzehn Engel bei mir stehn,
Zwei zu meiner Rechten,
Zwei zu meiner Linken,
Zwei zu meinen Häupten,
Zwei zu meinen Füßen,
Zwei, die mich decken,
Zwei, die mich wecken,
Zwei, die mich weisen
In das himmlische Paradeischen.

Die Zwei ist Zweifel, Zwist, ist Zwietrcht, Zwiespalt, Zwitter;
Die Zwei ist Zwillingsfrucht am Zweige süß und bitter.
Wenn Zweitracht Eintracht wird, und Einfalt als Zwiefalte,
Dann wird der Schaden heim am Weltzwiespalte.

Friedrich Rückert

Eins und eins – sind Eins –
Zwei – ist zu vermeiden –
noch für Schulen gut –
nicht, wenn wir entscheiden –
Leben – oder Tod –
oder das, was bleibet.

Emily Dickinson

Fünf ist des Menschen Seele

Seni zählt die Stühle
Eilf! Eine böse ZahlQ Zwölf Stühle setzt,
Zwölf Zeichen hat der Tierkreis, Fünf und Sieben,
Die heiligen Zahlen liegen in der Zwölfe.

Was habt Ihr gegen Eilf? Das laßt mich wissen.

Eilf ist die Sünde. Eilfe überschreitet
Die zehn Gebote.

So? Und warum nennt Ihr
Die Fünfe eine heil’ge Zahl?

Fünf ist
Des Menschen Seele. Wie der Mensch aus Guten
Und Bösem ist gemischt, so ist die Fünfe
Die erste Zahl aus Grad und Ungerade.

Schiller

Creditur

Schon das schiere Nichts
hat es in sich.
Bauchschmerzen
für Metaphysiker.
Die Null zu erfinden
war kein Zuckerlecken.

Als dann irgendein Inder
auf die Idee kam, etwas
könne weniger sein als nichts,
streikten die Griechen.

Auch den Gottesgelehrten
war nicht wohl dabei.
Blendwerk, hieß es,
eine Versuchung des Teufels.

Das sollen natürliche Zahlen sein,
riefen die Zweifler,
minus eins, minus eine Milliarde?

Nur wer Geld hatte,
und das waren die wenigsten,
der hatte keine Angst:

Schulden, Abschreibungen,
doppelte Buchhaltung.
Die Welt wurde abgezinst.
Die Arithmetik – ein Füllhorn.

Wir haben alle Kredit,
sagten die Banker.
Eine Sache des Glaubens.
Seitdem wird immer größer,
was weniger ist als nichts.

Hans Magnus Enzensberger

Krümmungskreis

An jeder Stelle ist ein Kreis
im selben Maß gekrümmt,
was doch für Kurven, die wer weiß
wie laufen, so nicht stimmt.

In einer ihrer Punkte kann
der Kreis sich an sie schmiegen;
er rührt dort die Tangente an,
an der sie beide liegen.

Wenn sich der Punkt dann variabel regt
in seiner Kurve Gleis,
wird die Tangente mitbewegt
und auch der Krümmungskreis.
Sein Zentrum, das bis dahin ruhte,
wird nun – dynamisch – Evolute.

Der Bauer im 21. Jahrhundert

Im Märzen der Bauer den Trecker anspannt,
er spritzt tonnenweis’ Glyphosat auf das Land.
Kein Regenwurm lebt mehr, kein Pflänzchen, o Graus!
Nur Saat von Monsanto mit Genen hält’s aus!

April ist’s, der Bauer die Felder schön düngt,
er spritzt reichlich Gülle, das ganze Land stinkt.
Dazu noch Ammoniumnitrat und Phosphat,
ganz dick und massiv bald empor wächst die Saat.

Im Maien der Bauer das Rapsfeld einsprüht.
Besonders gut wirkt’s, wenn der Raps goldgelb blüht.
Es sterben die Bienen, und krank wird das Vieh,
doch die Aktien von Bayer, die steigen wie nie!

Im Juni der Bauer mit Ammoniak aast,
ganz tief wird mit Düsen der Acker vergast.
Kein Vöglein mehr singt, da die Lunge verätzt,
die Kröten am Boden gleich werden zersetzt!

Im Juli der Bauer mit Gift um sich spritzt,
damit ihm kein Käfer ein Körnchen stiblizt.
Von Jahr zu Jahr stärker das Gift wird dosiert,
doch sind die Insekten längst immunisiert!

Im Herbste dem Bauern die Ernte verdorrt,
die Bank um Kredit er vergebens anschnorrt.
Der Herr von Monsanto verspricht ihm sehr viel:
“Ein paar Zentner Gift noch, dann sind Sie am Ziel!”

Im Winter der Bauer durchs Stadttor einfährt,
damit die Familie sich gesund ernährt.
Er schaut auf dem Markte sich aufmerksam um,
kauft Bio-Gemüse, er weiß schon, warum!

A. E. Corvis